Mittwoch, 19. Dezember 2012

Langatmiger Sitzungsmarathon

Hier mein Leserbrief zur Ratssitzung vom Montagabend:

"Nicht nur Gottes Mühlen mahlen langsam, sondern des öfteren auch die der Kommunalpolitik. Nach einem siebenstündigem Sitzungsmarathon (!) und insgesamt 29 Tagesordnungspunkten war endlich Feierabend.

Von den anfangs prall gefüllten Besucherrängen im Ratssaal sind am Ende nur sechs ziemlich müde ausschauende Bürger übrig geblieben. Wer sich bislang wenig mit (Kommunal-)Politik und seinen Prozessen befasst hatte und sich nach einem möglicherweise harten Arbeits- oder Schultag erstmals aufraffte, um seine gewählten Vertreter einmal über die Schulter zu schauen, dem wurde am Montag ein guter Grund für Politikverdrossenheit geboten.

Selbst für mich, als eigentlich politisch interessierter Bürger, geht bei einer so langatmigen und umfangreichen Ratssitzung irgendwann die Lust an politischen Entscheidungsabläufen verloren. Allein zum Klimakonzept der Stadt Cloppenburg, zur Weiternutzung des Pieper-Geländes oder zum Soeste-Carré könnte man thematisch eine ganze Sitzung füllen. Warum werden so wichtige Themen in eine einzige Ratssitzung gepresst? Warum werden in einer Kreisstadt mit fast 35.000 Einwohnern nur 4 Ratssitzungen pro Jahr abgehalten?

Auf der Strecke bleiben letztlich tiefer gehende Sitzungsdebatten und gründlichere Abwägungen des Für und Wider eines Sachverhalts. Verlierer einer solchen Sitzung ist wieder mal der politisch interessierte Bürger. Ratssitzungen, die öfter stattfinden, jedoch kürzer und effizienter gestaltet würden, könnten die politische Attraktivität hingegen steigern. Ein Versuch wär's wert."

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